Diäten langfristig aus dem Leben verbannen

Wer diese Zeilen liest, hat vermutlich - wie so viele - die Nerven-raubende Achterbahnfahrt der Diäten mit all ihren Folgeerscheinungen hinter sich. Längst muss nicht mehr erklärt werden, was ein Jo-Jo Effekt ist und warum auf lange Sicht gesehen alle Diäten scheitern. Dabei heißt Diät richtig übersetzt nichts anderes als "Lebensweise". Weshalb haben wir es in den Wohlstandsländern nun geschafft, so viele Dogmen in dieses eine Wort hinein zu interpretieren? Woher rührt unser Schlankheits- und Jugendwahn? Warum ignorieren wir wissenschaftliche Fakten?

Emotionales Essen

Noch nie in der Menschheitsgeschichte war der Homo sapiens sapiens so FETT! Glaubt man Ernährungswissenschaftlern, so ist diese sprunghaft ansteigende Fettleibigkeit das Resultat von übermäßigem Zucker- und Fettkonsum. Doch die Evolution selbst lehrt uns, dass die Biologie des Menschen selbst viel zu komplex ist, als dass sie sich von einigen wenigen Faktoren abhängig machen ließe. Viele Menschen verwenden Essen missbräuchlich; als Belohnung, zum Trost oder auch einfach nur aus Langeweile. Dieses emotionale Essen ist ein sinnbildliches Schlucken von Gefühlsregungen - welcher Art auch immer.

Wie entkommen wir auf Dauer dem Teufelskreis der Diäten?

Irgendwann kommt jeder "Diätgeschädigte" an den Punkt, sich selbst einzugestehen, dass seine Lebensweise ihm mehr geschadet als genutzt hat. Und an diesem konkreten Punkt beginnt man dann (hoffentlich) einzusehen, dass der erste wesentliche Schritt darin besteht, sich selbst so anzunehmen, wie man (im Moment) eben ist. Wir entwickeln uns ohnehin bis zum bitteren Ende, also warum nicht dankbar für den Körper sein, der den ganzen Mist der letzten Jahre so tapfer mitgemacht hat? Dann setzen wir beim Essen an: Solange wir von außen her bestimmen wollen, wie viele Kalorien von welchen Lebensmitteln an welchen in Stein gemeißelten Tageszeiten wir zu uns nehmen "dürfen", werden wir fremdbestimmte, todunglückliche Lebewesen sein. Wir existieren dann, aber leben? Nein, wir leben nicht. Wir halten uns verzweifelt an von außen diktierten Vorgaben fest und bestrafen uns, wenn wir schlussendlich scheitern. Schimpfen auf unseren hässlichen Körper und stolpern in die nächste Diät.

Stopp! Was wäre, wenn Sie alles essen "dürften", das Ihnen schmeckt? Wenn Sie nicht um punkt Zwölf Uhr Ihr Mittagessen bewusstlos vor dem Smartphone sitzend in sich hinein knüppeln würden? Wenn Sie auch Schokolade essen dürften, ohne sich hinterher schlecht zu fühlen? Geht nicht? DOCH!!! Wenn Sie wirklich dem Diätenwahnsinn entkommen möchten, dann hören Sie ab jetzt auf Ihren Körper!

Essen Sie NUR DANN, wenn Sie KÖRPERLICHEN HUNGER verspüren. Dieser äußert sich durch krummeln, nicht durch plötzlich auftretender Begierde auf ein bestimmtes Lebensmittel oder den Blick auf die Uhr, die da sagt, das JETZT gegessen werden MUSS! Setzen Sie sich hin, und konzentrieren Sie sich bewusst auf jeden Bissen. Schmecken Sie, was Sie essen!, Genießen Sie es und kauen Sie jeden Bissen 30 mal! Legen Sie zwischen den Bissen Ihr Besteck weg. Nehmen Sie es erst wieder, nachdem Sie geschluckt haben. Lassen Sie auch immer wieder einen kleinen Rest Ihrer Mahlzeit am Teller. Das bestärkt Sie in Ihrem neuen Essverhalten.

Hören Sie auf zu essen, wenn das Gehirn das Signal dazu sendet. Das Sättigungsgefühl, welches viele von uns gar nicht mehr kennen, äußert sich in einem behaglichen Wärmegefühl im Solarplexus-Bereich.

Haben Sie keine Angst davor, das Essen sofort zu beenden, wenn sich das Sättigungsgefühl einstellt, denn: Sobald Sie wieder ECHTEN HUNGER verspüren, dürfen Sie wieder etwas essen!!!

Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob es sich um körperlichen oder emotionalen Hunger handelt, können Sie ein Glas Wasser trinken. Emotionaler Hunger verlangt meist bohrend und heftig nach einem ganz bestimmten Nahrungsmittel (Genussmittel!), emotionaler Hunger entwickelt sich langsam. Nach einem Glas Wasser wird körperlicher Hunger erst mal wieder nachlassen, während emotionaler Hunger weiter bohrt. Überlegen Sie dann, was Sie gerade für Gedankengänge hatten, bevor Sie der emotionale Hunger überfallen hat. Wenn Sie sich etwas Gutes tun können, um Ihre Emotionen zu beruhigen, tun Sie es. Seien Sie liebevoll und achtsam mit sich selbst. Yoga hilft zum Beispiel sehr gut, sich zu entspannen. Probieren Sie aus, was Ihnen im Falle von emotionalen Hunger gut tut. Aber lassen Sie die Finger weg vom Essen!!!

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