Die Milch - gesund oder doch krankmachend? Pro und Kontra

Ist Milch gesund oder macht sie krank?

Nicht nur der „Internationale Tag der Milch“, der schon seit 1957, meistens am 01.06. jedes Jahr, organisiert wird, entfacht die Diskussion um die Kuhmilch erneut. Einerseits wächst die Menge an Milch und Milchprodukten, andererseits kommt der ehemalige Inbegriff von Gesundheit nicht mehr davon los, auch für Übergewicht und bestimmte Krankheiten verantwortlich zu sein oder zumindest ihr Risiko zu erhöhen. Was ist dran am Mythos Milch?

Ein paar Zahlen in Kürze

Pro Jahr verzehrt jeder Deutsche 83,7 kg Milch und Milchprodukte. Das sind 230 Gramm pro Tag. Um diesen Bedarf zu decken, stehen in Deutschland 4,2 Millionen Milchkühe zur Verfügung. Sie geben pro Tag im Durchschnitt 20 Kilogramm Milch. 1/3 der Tiere muss frühzeitig geschlachtet werden, denn sie sind entweder vom kräftezehrenden Melken ausgelaugt, haben entzündete Euter oder werden krank. Und genau da setzen die Kritiker an und haben mit dem Hashtag #milchistgift einen regelrechten Boom ausgelöst. So findet sich im Internet viel Material, mit dem darauf hingewiesen wird, dass unsere Milch von Krankheitserregern, Blut und Eiter verunreinigt wäre. Was ist dran an den Vorurteilen?

USA streichen Milch & Milchprodukte

In den Vereinigten Staaten und Canada sollen demnächst Milch und Milchprodukte aus der Ernährungspyramide verschwinden. EBenso Eier und Fleisch und mehr selbstzubereitete Speisen und ballaststoffreiche Lebensmittel verzehrt werden. Damit gehen die beiden Staaten allen anderen Voraus und sagen Übergewicht den Kampf an. Auch hierzulande ist einiges im Umbruch und in vielen Bereich entwickeln wir ein neues Bewusstsein.

Ein Video versehen mit dem Hastag #milchistgift wurde vor kurzem ins Internet hochgeladen und innerhalb kürzester Zeit heiß diskutiert. In dem knapp 7-minütigen Video wird die Theorie vertreten, dass uns Milch systematisch krank macht. Eine Erklärung dafür bleibt uns der Verfasser jedoch im Großen und Ganzen schuldig. Einen Tag später folgt auch gleich eine sanftere Ansage und er nennt als Grund für sein kritisches Video vor allem die Aufmerksamkeit und die Steigerung der Sensiblität für ernährungswissenschaftliche Themen bei den Betrachtern.

Was ist dran an der These: "Milch ist giftig"?

Schon seit vielen Jahren ist Milch ein umstrittenes Lebensmittel und wirft viele Fragen auf. Kontrovers diskutiert wird sowohl auf Seiten der Wissenschaftler und Ernährungsexperten als auch bei den Gegnern und Kritikern. Obwohl Milch als gesund gilt und wir damit praktisch aufwachsen, ist nicht zu leugnen, dass viele Menschen Allergien bekommen und gerade Kinder oftmals unter Asthma oder Atemwegsinfekten, verursacht durch Milch, leiden können.

In Schweden gab es in jüngster Zeit große Studien und Versuche zum Thema Milch und ihre positiven Auswirkungen. Dabei konnte jedoch eher das Gegenteil belegt werden. Mit zunehmendem Milchverzehr steigt offensichtlich auch das Sterberisiko. Dabei war die Sterberate bei den Frauen deutlich höher als bei den Männern. Auch das vielgepriesene Calcium in der Milch wurde anhand von Langzeitbeobachtungen betrachtet und es konnte keine gesundheitliche Verbesserung hinsichtlich der Knochendichte oder der Anzahl der Knochenbrüche bei den Probanden festgestellt werden.

Milch fördert Längenwachstum bei Kindern

Befürworter eines täglichen Milchkonsums jedoch weisen darauf hin, dass bei Kleinkindern und Jugendlichen eine positive Auswirkung auf das Längenwachstum festgestellt wurde. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass in vielen Fällen ein hoher Milchkonsum zu einem niedrigeren Krankheitsrisiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen führt. Auch ein erhöhter Blutdrück könne mit Milch gesenkt werden.

Fakten zur Milch

Fakt ist, dass jede Milch, die zu einem Verarbeiter gebracht wird, entsprechend der „Milch-Güteverordnung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf ihre bakteriologische Beschaffen, den gehalten an somatischen Zellen sowie weiterer Qualitätsfaktoren überprüft wird. Auch auf Hemmstoffe, wie etwa Antibiotikarückstände wird jeder Liter Milch geprüft.

Diese Qualitätstests sind dann auch ausschlaggebend für den Preis, den der Milchbauer für seine Milch bekommt.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Zufuhr von Milch, jedoch wie viele Ernährungsexperten in jüngster Zeit, zu einer mäßigen Zufuhr von etwa 250 bis 310 Gramm pro Tag. Der Verzehr von mehr als 1,2 Litern Milch kann tatsächlich das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen, etwa dem Prostatakrebs. Hierzu gibt es bereits anerkannte Studien.

Fazit: Nur rund 15% der Deutschen haben eine Laktose Intoleranz, sie dürfen keine normale Kuhmilch zu sich nehmen. Für alle anderen gilt, dass der tägliche Milchkonsum in Maßen gehalten werden sollte, damit sich die positiven Eigenschaften der Milch und ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Proteine, B-Vitamine, Calcium und verschiedene Spurenelemente, wirklich positiv entfalten können.

Bei einem sind sich aber die Fachleute einig: Der höhere Fettgehalt ist gegenüber den entfetteten und fettarmen Milchsorten nach Möglichkeit zu bevorzugen. Und wer möchte, sollte auf Biomilch oder Alpenmilch zurückgreifen, sie enthalten einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Desto gesünder und artgerechter die Kühe weiden können, umso hochwertiger und damit gesünder für uns ist auch ihre Milch.

Quellen und weitere Infos:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krankheiten-ia.html
http://nahrungsmythen.de/tag/eiter/
https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Milch-Gesund-oder-ungesund-517787.html

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