Intervallfasten – Ein neuer Hype am Fastenhimmel

Was gibt es nicht alles für Diäten und Anleitungen zum Fasten. Eine sicher unvollständige Liste umfasst Diäten wie die Brigitte-Diät, die Weight Watchers-Diät, diverse Entgiftungsdiäten, die Schlank im Schlaf-Diät, die HCG-Diät, die Paleo-Diät, die Glyx-Diät, verschiedene Formula-Diäten, Heilfasten, Basenfasten und nicht zuletzt das Intervallfasten. Nun haben alle Diäten das Problem, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit häufig riesige Lücken klaffen. Was nichts anderes heißt, als dass ein Langfristerfolg nur selten gegeben ist. Wie sieht die Datenlage beim Intervallfasten aus, das aktuell in den Medien stark vertreten ist?

Intervallfasten fördert kurzfristige Gewichtsreduktion

Folgt man der Definition der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dann bedeutet Intervallfasten über einen langen Zeitraum tage- oder stundenweise auf Nahrung zu verzichten. Sehr beliebt, da leicht in den Alltag zu integrieren ist die 18/6-Variante, bei der am frühen Abend die letzte und mittags des Folgetages die erste Mahlzeit des Tages eingenommen wird. Grundsätzlich gibt es aber keine festen Regeln, wie das Fasten zu gestalten ist und die Intervalle zu legen sind. Das gilt auch für die in der fastenfreien Zeit einzunehmenden Mahlzeiten. Es ist alles erlaubt was schmeckt. Noch weitgehend ungeklärt sind die Auswirkungen, die die Fastenperioden auf den Stoffwechsel des Menschen haben. Aus Tierversuchen wird abgeleitet, dass die Kalorienreduktion in den Fastenphasen die Körperzellen stärkt und widerstandsfähiger macht. Bewiesen ist das beim Menschen aber nicht.

Einige wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass mit Intervallfasten Kurzfristerfolge hinsichtlich Gewichtsreduktion und Verbesserung einiger Gesundheitsparameter erzielt werden können. So wurde in einer ärztlich begleiteten Studie das Intervall 36 Stunden fasten und 12 Stunden essen für einen Zeitraum von 4 Wochen getestet. Obwohl den Studienteilnehmern wie beim Intervallfasten üblich keine Vorgaben bezüglich ihrer Ernährung gemacht wurden, nahmen sie deutlich weniger Kalorien auf und konnten nach 4-wöchiger Studienphase sowohl Gewicht wie auch BMI-Index reduzieren. Auch verbesserten sich einige physiologische Marker, die mit einer verbesserten Herz-Kreislauffunktion in Verbindung gebracht werden. Bei Studienteilnehmern, die über mehrere Monate fasteten, wurden verbesserte Blutfette festgestellt.

Allerdings gibt es bisher nur wenige Hinweise und belastbare Daten darauf, ob die Effekte auch nachhaltig sind und mit Intervallfasten langfristige Erfolge erzielt werden können. Fazit: Intervallfasten eignet sich zur Gewichtsreduktion und wirkt sich positiv auf Gesundheitsparameter aus. Ob die Effekte langfristig erzielt werden können ist in Studien noch nicht bewiesen.

Quelle: Stekovic S et al. Cell Metab. 2019 Aug 20. pii: S1550-4131(19)30429-2. doi: 10.1016/j.cmet.2019.07.016. [Epub ahead of print]

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