Müsliriegel- praktisch, lecker und ungesund?

Müsliriegel eignen sich super als Snack für unterwegs, schmecken angenehm süß, spenden Energie und enthalten gesunde Zutaten. Letzteres versprechen zumindest Hersteller. Aber was steckt wirklich in den sogenannten Bars? Wer darf bedenkenlos zugreifen und wer sollte die Finger von Müsliriegeln lassen?

Müsliriegel für Kinder?

Sie passen problemlos in die Brotbox und krümeln nicht. Müsliriegel scheinen die perfekten Zwischenmahlzeiten für Kinder zu sein. Abgesehen davon, dass die meisten Produkte viel zu viel Zucker enthalten, bevorzugen die Kleinen ohnehin die Variante mit Schokoüberzug. Genau das macht den angeblich gesunden Pausensnack vollkommen ungeeignet für Kinder. In diesem Fall gehören Müsliriegel zu den klassischen Lebensmitteln, die eine ausgewogene Ernährung vorgaukeln, aber nicht halten, was sie versprechen. Selbstverständlich ist nichts dagegen einzuwenden, gelegentlich etwas Süßes zu naschen.

Leider bleibt es aber häufig nicht bei einem Riegel. Die kleine Portionsgröße sättigt Kinder einfach nicht ausreichend, sodass sie nach einem weiteren Stück verlangen. Somit nehmen sie mit dem vermeidlichen Energielieferanten für Zwischendurch schnell die empfohlene Kalorienmenge einer Hauptmahlzeit zu sich. Empfehlenswert für Kinder sind lediglich Produkte, die entweder nur mit Honig oder Fruchtsüße gesüßt sind. Besondere Obacht gilt, wenn Nüsse enthalten sind. Zum einen lösen diese eventuell allergische Reaktionen aus, zum anderen besteht bei groben Stücken Erstickungsgefahr.

Müsliriegel für Sportler?

Sportler greifen in der Regel nicht zum klassischen Müsliriegel, sondern zu den Sport Bars. Angeblich sollen diese mit einem hohen Protein Gehalt den Muskelaufbau fördern. Blöd nur, dass sich die wertvollen Eiweißbausteine meistens unter einer dicken Schicht Schokolade oder Joghurt verbergen. Daraus resultiert, dass Sportler viel mehr Fett als Eiweiß zu sich nehmen. Wer auch hier auf ein nützliches Lebensmittel zurückgreifen möchte, ist mit Nüssen gut beraten. Knackige Varianten mit Hafer- oder Sojaflocken, jedoch ohne Schokoladenüberzug, liefern genau die Energie, die sich Sportler von einem Snack versprechen. Besonders hochwertig ist unter anderem Molkeprotein.

Müsliriegel zum Abnehmen?

Wer anstelle von Schoki und Gummibärchen lieber zu gesunden Cerealien greift, muss zuvor unbedingt die Zutatenliste studieren. Dass Riegel aus Schokolade ausscheiden, ist einleuchtend. Leider sind auch Fruchtriegel häufig gesüßt und besitzen im schlimmsten Fall nur Aromen. Beim Blick auf die Zutatenliste gilt, je weiter vorn ein Stoff steht, umso höher ist der Gehalt im Endprodukt. Zudem werben viele Hersteller, ausschließlich alternative Süßungsmittel zu verwenden. Honig und Ahornsirup gelten zwar als gesünder als herkömmlicher Zucker, jedoch spielt dieser Ruf eher auf den höheren Nährstoffgehalt an. Im Hinblick auf die Kalorien besitzen sie einen ebenso hohen Brennwert wie zuckerhaltige Lebensmittel. Vollkommen ungeeignet sind Diät Müsli Riegel.

Die Aufschrift „Ohne Zucker“ hört sich erst einmal super an. Aber woher soll denn bitte der süße Geschmack kommen, wenn nicht aus anderen ungesunden Zutaten. Zucker hat viele Namen. Gerstenmalzextrakt, Karamellsirup, Melasse und Dextrose sind nur einige wenige Beispiele für ebenso kalorienhaltige Ersatzstoffe. Übrigens gilt fürs Abnehmen mehr noch als für Kinder, dass vor allem die Menge eine wichtige Rolle spielt.

Superfoods = Super Foods?

Gojibeeren, Chiasamen und Co lösen in letzter Zeit einen regelrechten Hype aus. Kein Wunder, dass der Trend auch nicht an Müsliriegeln vorbeigegangen ist. Aber halten die Produkte wirklich, was sie versprechen?

Chiasamen sollen zum Beispiel die Konzentration erhöhen, Gojibeeren vor dem Altern schützen. Mal ehrlich, würde ein einziger Müsliriegel mit den besagten Inhaltsstoffen diesen Effekt auslösen, wären wir alle längst Genies. Superfoods bereichern die Produkte geschmacklich, das steht außer Frage. Wer sich von Superfoods jedoch Superkräfte verspricht, wird sehr enttäuscht sein.

Müsliriegel selber herstellen

Selbst gemacht schmeckt nicht nur am besten, sondern ist auch noch günstig und am gesündesten. Hier wandern nämlich garantiert keine Zusatzstoffe in den Snack. Darüber hinaus ist die Zutaten Auswahl immens und kann genau auf den Geschmack abgestimmt werden. Als Grundlage dienen meistens Oats, die mit Trockenobst, Nüssen nach Wahl und etwas Honig zum Binden vermischt werden und für kurze Zeit im Ofen knusprig gebacken werden. Die selbstgemachte Variante eignet sich sowohl für Kinder und Sportler als auch zum Abnehmen. DAS sind eben echte Superfoods!

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